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Wie lassen sich Störungen bei der Vakuumversorgung vermeiden?

Ein Standby-Gebläse ersetzt bei Störungen oder bei Wartungsarbeiten das Liniengebläse

Ein Standby-Gebläse ersetzt bei Störungen oder bei Wartungsarbeiten das Liniengebläse (Grafik: motan)

mo erklärt Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Vakuums

Störungen in einem Fördersystem können zu teuren Produktionsausfällen führen. Die regelmäßige Wartung des Systems hilft, Störungen zu vermeiden. Doch wie kann man Produktionsausfälle verhindern, wenn zentrale Komponenten, wie der Vakuumerzeuger, gewartet werden oder eine Störung haben?

 

Eine Backup-Lösung ist gefragt.

 

Bezogen auf die Materialversorgung einer Kunststoffverarbeitung mit einer oder mehreren Vakuumlinien werden in diesem Zusammenhang meist zwei Maßnahmen genannt:

  • die Installation einer zusätzlichen Vakuumpumpe, die als „Standby-Gebläse“ für Ausfälle oder als Reserve für Wartungsarbeiten bereit steht, oder
  • die Einrichtung einer Linien-Notkopplung, um die Fördergeräte einer Vakuumlinie mit Hilfe von Ventilen an das Vakuum einer anderen Linie anzuschließen.

 

Zusammenfassen lassen sich beide Konzepte unter dem Oberbegriff „Pumpenumschaltung“. Steuerungstechnisch kann eine Pumpenumschaltung sowohl automatisch als auch manuell erfolgen. Dabei hat in der Praxis üblicherweise eine Störung die höchste Priorität. Das heißt, eine zuvor manuell eingegebene Zuordnung wird im Störungsfall von der Steuerung rückgängig gemacht, sofern die entsprechende automatische Anforderung aktiviert ist.

 

Eine Linien-Notkopplung ist eine reine Notlösung, denn normalerweise kann eine Vakuumpumpe nur unzureichend zwei Linien bedienen. Eine Lösung mit Standby-Pumpen hingegen sichert einen uneingeschränkten Betrieb.

 

In Verbindung mit einem Standby-Gebläse ist zudem eine spezielle Betriebsart interessant, die als „Rotation“ beziehungsweise „Rollierung“ bezeichnet wird. Ist diese Funktion aktiviert, übernimmt das Standby-Gebläse nach einem vorgegebenen Intervall automatisch die Arbeit eines Liniengebläses. Der Rotationsbetrieb sorgt für eine gleichmäßig verteilte Betriebsdauer der vorhandenen Vakuumgebläse und somit für einen gleichmäßigen und planbaren Wartungsbedarf.