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Wie gelangt das Material vom Vorratsbehälter in die Förderleitung?

Varianten der Materialeinspeisung: links Absaugkasten mit zwei Abgängen, rechts gesteuerter Absaugkasten

Varianten der Materialeinspeisung: links Absaugkasten mit zwei Abgängen, rechts gesteuerter Absaugkasten (Bild: motan)

mo beschreibt verschiedene Arten der Materialeinspeisung

Die Art der Einspeisung des Förderguts in eine Förderleitung ist stark vom einzuspeisenden Material sowie vom Förderprinzip abhängig. Ausschlaggebend sind etwa die Fließfähigkeit, also ob es frei- oder schwerfließend ist oder ob es zum Klumpen neigt. Ebenso benötigen beispielsweise Saugförderanlagen in der Regel eine andere Einspeisung wie Druckförderanlagen. Die richtige Wahl und Einstellung der Materialeinspeisung ist also ein entscheidender Faktor zur Betriebssicherheit von Förderanlagen. Falsche Einstellungen können zur Minderung des Durchsatzes führen, bis hin zu Förderabbrüchen.

 

Bei Saugförderanlagen kommen meist Sauglanzen oder Absaugkästen infrage. Sauglanzen können direkt in das Material gesteckt werden und werden z.B. bei Oktabins eingesetzt. Sauglanzen bestehen meist aus einem Zwei-Rohrsystem, bei dem ein Rohr als Belüftung dient, während im anderen Rohr der eigentliche Transport stattfindet. Der Grund dafür ist, so viel Luft beimischen zu können, wie zur optimalen Beladung der Förderleitung erforderlich ist (siehe mo’s corner Folge 25).

 

Absaugkästen kommen meist unter Materialsilos, -behältern und Trockentrichtern zum Einsatz. Durch die Platzierung an der tiefsten Stelle ist sichergestellt, dass (sofern genügend Material im Behälter ist) ein optimaler Materialfluss erfolgt. Auch Absaugkästen benötigen eine Vorrichtung zur Beimischung von Luft. Absaugkästen sind mit einer oder mehreren Absaugstellen verfügbar.

 

Eine Variante sind gesteuerte Absaugkästen, die auf der einen Seite die Leersaugung nach dem Fördervorgang ermöglichen, auf der anderen Seite aber auch eine „Paketförderung“ ermöglichen. Dies ist besonders bei sehr hygroskopischem Material, langen Förderwegen und kleinen Durchsätzen hilfreich, weil die Materialmenge beim Fördervorgang einfach begrenzt werden kann.

 

Eine Sonderstellung nimmt die Einspeisung von schwerfließenden, klumpenden Material ein. Hier kommen oftmals Schneckendosierer mit vorgelagertem Rührwerk zum Einsatz, mit deren Hilfe die optimale Materialmenge in die Förderleitung „eindosiert“ wird. Das Rührwerk lockert das Material vorher auf und sichert einen gleichmäßigen Materialfluss.

 

Ähnlich ist das Einspeiseprinzip bei Druckförderanlagen. Hier wird jedoch statt des Schneckendosierers meist eine Zellenradschleuse eingesetzt. Denn das Material muss „gegen“ den Druck im Innern der Förderleitung eingespeist werden.

 

Zu guter Letzt bleiben noch die Sauglanzen von Venturi-Fördergeräten, die das Material mit Hilfe des Venturi-Prinzips ansaugen und dann mit Druckluft weiterfördern (siehe mo’s corner Folge 26).