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Was zeichnet ein permanentes Zentralvakuum aus?

Beispiel für ein permanentes Zentralvakuum, installiert im neuen Tech Center von Motan-Colortronic in Friedrichsdorf: in der Bildmitte zwei Zentralfilter, links zwei übereinander angeordnete Seitenkanalverdichter (Foto: Motan-Colortronic)

Mo erklärt Merkmale und Vorteile eines permanenten Zentralvakuums
In großen Produktionen, mit zahlreichen Fördergeräten und demzufolge vielen Abnahmestellen, mit hohen Durchsätzen, häufigen Förderzyklen sowie langen Förderstrecken, bieten sich für eine automatische Materialversorgung zwei Lösungen an: Einzellinien (Linienvakuum) oder ein zentrales Permanent-Vakuumsystem (Zentralvakuum).

 

Beim Linienvakuum sind in der Regel mehrere Fördergeräte parallel an einer Vakuumleitung angeschlossen. Für große Fördersysteme sind meist mehrere solcher Einzellinien erforderlich, um die Verarbeitungsmaschinen zu versorgen. Jede Linie benötigt neben einem Zentralfilter eine Vakuumpumpe, deren maximal erforderliche Leistung hinsichtlich Gesamtdurchsatz und Förderweg ausgelegt ist. Einzellinien arbeiten sequentiell, d.h. es kann immer nur ein Fördergerät nach dem anderen bedient werden. Melden viele der integrierten Fördergeräte zeitnah Bedarf, können lange „Wartezeiten“ bis zur Befüllung entstehen.

 

Ein permanentes Zentralvakuum hat hingegen nur eine (zentrale) Vakuumleitung, an die alle Fördergeräte, mehrere parallel arbeitende Pumpen sowie ein oder mehrere Zentralfilter angeschlossen sind. Die Gesamtleistung aller Pumpen ist für die maximale Systemförderleistung ausgelegt. In der Vakuumleitung – die einen großen Durchmesser hat – steht permanent ein Vakuum an, zum einen um Druckschwankungen auszugleichen und zum anderen „Unterdruck-Speicher“. Damit erlaubt ein permanentes Zentralvakuum jederzeit einen Fördervorgang, ohne dass zuvor auf den Gebläseanlauf gewartet werden muss.

 

Die Pumpen werden von der Steuerung bedarfsabhängig zu- oder abgeschaltet, bzw. die Pumpenleistung geregelt. Das stellt sicher, dass im System immer der gewünschte Unterdruck aufrecht gehalten wird. In einem Zentralvakuum-System können mehrere Fördergeräte gleichzeitig Material fördern. Die Steuerung berechnet stets die maximal mögliche Anzahl gleichzeitiger Fördervorgänge anhand der Daten der angeschlossenen Fördergeräte und deren Luftbedarf. Erst wenn die maximale Systemleistung erreicht ist, kommen Bedarfsmeldungen auf eine Warteliste.

 

Dadurch erreicht ein Zentralvakuum-System einen hohen Wirkungsgrad bei zugleich geringerem Energiebedarf. Aufgrund der optimierten Ausnutzung der Gebläseleistung und -laufzeiten sind, verglichen mit einem Linienvakuum, Einsparungen bis zu 50% möglich. Ein weiterer Vorteil ist der geringere Wartungsaufwand, da weniger Pumpen und Filter installiert werden können.